Der Anfang vom Ende 2

Gegen eine Genrtifizierung unserer Strasse

Dieser Bericht erschien im Romp # 42 (2017)

Nachdem ich mich schon im letzten Romp darüber ausgelassen habe das sich das Klima in unserer Strasse verändert hat und über Imos geklagt habe die sich richtig aggressiv um Häuser in der Strasse bemühten und per Animation den geplanten Hotel Neubau präsentierte, hier nun was seit da noch passiert ist.

Nun, insgesamt gab es 13 Einsprachen gegen das Projekt, eine beachtlich Zahl , würde ich mal sagen. Zwei davon wurden über einen Anwalt geführt, was sich im Nachhinein als das einzig richtige erwies.

Auf die Einsprachen kam dann eine Stellungsnahme des Anwaltes der Bau-willigen, in welcher diversen Leuten vorgeworfen wurde, es sei ja nicht mal belegt das sie in der Strasse wohnen würden, oder das sie zu weit weg vom Projekt wohnen würde. Unsereins mit Vertretung durch einen Anwalt wurden von diesem darauf aufmerksam gemacht, das in der Stellungsnahme des Bauvertreter Anwaltes auf ein Schreiben der Stadt, so wie ein zwei weiteren Gutachten verwiesen wurde, welche der Bauauflage gar nicht bei lag, und uns einfach vorenthalten wurden. Also verlangte unser Anwalt die Aushändigung dieser schreiben, was die ohne Anwalt Einsprechenden wohl nicht taten. Nun, unsere Stellungsnahme zur Stellungsnahme des Bauanwaltes verzögerte sich dadurch dann um mehrere Monate. Da die Stadt diese schreiben anscheinend nicht rausrücken wollte. Erst nach mehrmaligem Nachhaken unseres Anwaltes erhielten wir diese. Unser Anwalt meinte dazu noch, das er so eine Verzögerungstaktik der Stadt noch nie erlebt hätte.

Schlussendlich lagen uns diese Schreiben dann aber vor. Und Prompt, ist das eine Schreiben von der Stadtbau Kommission ein in „Aussichstellung für eine Ausnahme Abrissbewilligung“, welche nicht hätte in aussichtgestellt werden dürfen da zu diesem Zeitpunkt noch gar kein Bauprojekt bestand und es in der BZO (Bau und Zonenordnung) zur Schutzzone B (in welcher sich unsere Strasse befindet) explizit heisst eine solche werde erst erteilt wenn ein bewilligtes Projekt vor liegt. Zudem heisst es im ISOS (Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz), welches die Zürich- und Steinenstrasse mit dem höchsten Erhaltungsziel deklariert, Erhaltung der Substanz und Abbruch und Neubau Verbot. Zudem lud die Stadt zum Abschluss der Inventarisierung, eben dieses ISOS, welches wohl so einiges gekostet hat und Jahre dauerte, zu Versammlungen jener Eigentümerinnen deren Häuser darin aufgenommen wurden. An diesen Versammlungen wurde schwammig, genau wie die BZO oder BZR, viel geredet ohne jedoch Schutz oder Erhaltensmassnahmen genauer zu erörtern. Einmal mehr beweist die Stadt ihre Unfähigkeit durch ihr Unwissen über ihre eigens erstellten Sachverhalte oder Schutzdeklarationen. Zudem steht die Stadt und die SBK (Städtische Baukommission) und deren Vorsteherin M. Jost zusehend in der Kritik ihre Arbeit nicht richtig zu machen oder zu verschlampen. Das mit dem Verschlampen, hat was wenn mensch sieht wie lange es dauert bis gewisse Papiere an Einsprechende ausgehändigt werden und keine Infos über den Verlauf des Verfahrens gegeben werden. In der Kritik steht die Baukommission auch durch ihr tun oder besser gesagt durch ihr nichts tun in Bezug auf die Gundula. Die Gundula ist ein leerstehende Villa die diese Jahr zum zweiten Mal besetzt und geräumt wurde. Bei der übertriebenen Räumung kam die lokale Anti-Terroreinheit zum Einsatz.

Nach der ersten Besetzung hiess es es werde umgebaut. Es wurde ein Gerüst aufgestellt und die Fenster verbarrikadiert, ja, es wurde das defekte Dach aufgemacht, ja, und dann? Nichts. Es regnete und schneite also ein weiteres halbes Jahr ins Haus, so dass die Bausubstanz nun erst recht kaputt ist. Auch dort wurde der Besitzerschaft, der Bodum AG Versprechungen von Seiten der Stadt gegeben die sie nicht hätten geben dürfen. Das geplante Bauvorhaben wurde von der Stadt dann mehrfach abgelehnt. Obwohl der geplante Neubau sich aus meiner Sicht ganz gut ins Quartierbild eingliedern würde. Geplant war ein Neubau der sich an die französische Architektur des 19. Jahrhunderts anlehnt. Und trotzdem wurde es von der Stadt abgelehnt. Ein von der Stadt geforderter Architekturwettbewerb lehnt die Besitzerin ab, weil sie dann bei der Auswahl des Siegerprojektes nur noch beschränkt mitreden dürfte.

Zudem unterstelle ich der SBK und ihrem Vorsteher dem Stadtarchitekten Jürg Rehsteiner bewusst zu lügen. So wurde mir gegenüber, anlässlich einer Infoveranstaltung zum Bauinventar, versichert das keine Abrissbewilligung ausgestellt sei. Aber was bitte schön ist an einer in Aussichtsstellung gross anders? Diese liegt uns nun aber schwarz auf weiss vor obwohl behauptet wurde eine solche gäbe es nicht. An dieser Veranstaltung war der Jost und dem Rehsteiner direkt anzusehen das diese genervt waren als ich drei Fragen zu eben diesem Projekt stellte. Die Jost wich mir auch gleich aus, als ich diese nach der Veranstaltung ansteuerte und ich mir dann halt den Stadtarchitekten schnappte.

Ein solches Konkurrenzverfahren oder Wettbewerb wie bei der Gundula wurde beim geplanten Neubau bei uns in der Strasse durchgeführt. Da aber die Architekten und die Kommission vom Bauherren bestimmt werden darf ist das ganze eine Farce mit welcher sich die Stadt aus der Verantwortung zu schleichen versucht. Eine Farce, weil die Bauherrschaft vorgeben darf was sie gerne möchte und die Kommission nichts anderes macht als das dann durch setzen zu wollen. So wird die Verträglichkeit mit dem Ortsbild. So wird von einem Zürcher Architekten, der die Situation vor Ort wohl kaum kennt, versucht, in Anlehnung an Neubauten, die Ortsbildverträglichkeit zu rechtfertigen. Neubauten, die im ISOS Explizit als störende Elemente genannt werden, und nicht mehr in der Schutzzone liegen. Zudem orientierte sich der Wettbewerb an falsche Grundvoraussetzungen. Grundvoraussetzung war nicht das Volumenerhalten, welches in solchen Schutzzonen zwingend ist, sondern der Wunsch des Bauherren ein 60 Betten 3 Stern Hotel, welches im bestehenden Volumen einfach nicht verwirklichbar ist. Zudem waren an dem Wettbewerb weniger Parteien beteiligt als bei anderen Wettbewerbsverfahren wie beispielsweise der Gundula. Also diverse Ungereimtheiten.

Also, was tun, wenn die Stadt nicht informiert oder gar Infos unterschlägt, und ein Bauvorhaben vorbei an der Öffentlichkeit und vorbei an ihre eigenen Auflagen durch gedrückt werden soll?

Öffentlicher druck aufbauen und genau hinschauen was die andere Seite zu vertuschen oder durch zu winken versucht.

Öffentlicher druck wird nun durch die Gründung des Vereines PRO Steinenstrasse und einer lancierten Petition gegen den Abriss und eine Kampagne mit Transpis, Postern und Infoständen gemacht. Und das Interesse ist gross, weil ein Teil der Bevölkerung den Erhalt schützenswerter Strassenzüge goutiert. Die Petition bekam schon ca.1000 Unterschriften. Stand 3. Sept. Der Verein Pro Steinenstrasse macht das was vom ISOS eigentlich von den Behörden erwartet wird, nämlich die Bevölkerung für schützenswerte Gebäude und quartiere zu sensibilisieren entgegen dem was die Stadt betreibt, eine Zerstörung der Ortsbilder. Entgegen der Behauptungen von Seiten der Abriss-willigen Besitzer ist eine Mehrheit der Bewohnerinnen des Quartiers gegen den geplanten Neubau. So sind fasst alle Häuser an der Steinenstrasse im Verein und deren Bewohnerinnen aktiv. Das sich die meisten Hausbesitzer der Zürichstrasse sich da eher raus halten liegt eindeutig daran, das diese wohl darauf spekulieren früher oder später ebenfalls abreissen und neu Bauen zu dürfen. Deshalb nennt sich dieser Artikel ja auch der Anfang vom Ende. Darf der Eine, dürfen dann auch die Anderen. Der Kampf gegen diesen Abriss ist deshalb so wichtig weil dieser dann ein Präjudiz Fall ist.

Da die Stadt und das Bauamt nicht informieren haben wir erst kürzlich aus der Zeitung erfahren, das das erste Bauvorhaben anscheinend abgelehnt worden sei und überarbeitet würde. Soll heissen unsereins wird im Unwissen gelassen und weiterhin mit Anwaltskosten belastet gegen ein Bauvorhaben vor zu gehen welches anscheinend schon vom Tisch ist. Ist die Absicht der Stadt uns durch unnötig entstehende Kosten in eine Lage zu bringen den Rechtsstreit schlussendlich an Mangel an Finanziellen mitteln aufgeben zu müssen? Denn schon jetzt betragen die Anwaltskosten über 4'000.- Fr. Zudem lassen wir vom Verein ein Gegengutachten erstellen, welches belegt, das ein abriss nicht zwingend notwendig ist. Dies wäre eigentlich Aufgabe der Stadt um Ihre Richtlinien der Schutzzone B zu belegen.

Zum anderen laufen momentan auf parlamentarischer Ebene Vorstösse den unsäglichen Art. 17.2 zur Ortsbildschutzzone B ( Der Stadtrat kann Abbrüche ausnahmsweise bewilligen, wenn eine Sanierung aus statischen Gründen nicht möglich oder aus wirtschaftlichen Gründen unverhältnismässig wäre.) aus der BZO zu streichen. Anscheinend muss das sogar von Bundes wegen geändert werden. Da dieser immer zugunsten eines Abrisses und Neubaues ausgelegt werden kann, da sich immer Gutachter finden die einem Abriss willigen ein Gutachten ausstellen was für einen Abriss spricht, und ein Neubau wirtschaftlich immer rentabler ist als eine Renovation. Denn mit dieser Begründung könnte die komplette Altstadt abgerissen und neu gebaut werden.

Zudem sollte ein Regelwerk erschaffen werden, was mit Eigentum, erst recht wenn es als erhaltenswert eingestuft ist, passiert oder passieren darf. Das darf nicht in der Hand der Besitzerschaft liegen, sondern muss in der Hand der Allgemeinheit liegen.

Der Verein Pro Steinenstrasse braucht eure finanzielle und personelle Unterstützung.

Alles zur Petition und Unterstützer Angaben findet ihr unter: https://www.prosteinenstrasse.ch/

Wie nun weiter läuft ist auch uns noch nicht so klar. Ob die Einsprachen gutgeheissen oder abgelehnt werden ist noch offen, so wie das weitere Vorgehen von Seiten der Stadt. Pro Steinenstrasse wird weiter kämpfen für den Erhalt von erhaltenswerten Quartieren. Für den Erhalt der Strassenzüge Zürichstr./Steinenstr. Gegen die Zerstörung für den Massentourismus!!!

Der Anfang vom Ende

Gegen eine Genrtifizierung unserer Strasse

Dieser Bericht erschien im Romp # 41 (2017)

Wie im Edito schon kurz angesprochen plant also der eine in der Strasse nen Neubau. Eigentlich gingen wir alle hier wohnenden davon aus, das wir uns verstehen und das wir uns gegenseitig respektieren und über allfälligen Sachen die die ganze Strasse betreffen informieren. So etwa das wenn in einem Haus Hausschwamm festgestellt wird (im einen Fall war das das Romp Haus) und eh schon ein Hausschwamm Spezialist her muss, der dann auch gleich die Nachbarhäuser abcheckt, da der gemeine Hausschwamm ja bekanntlich vor Grundstück grenzen kein Halt macht. So wie wir auch zusammen alle zwei Jahre, diese Jahr wäre das achte mal, ein Strassenfest auf die Beine Stellen, welches in der Art schon Seltenheit hat in Luzern. Der Zusammenhalt der Strasse zeigte sich auch beim erreichen das die Strasse vor 10 Jahren zur Begegnungszone wurde. Die erste in der Stadt. Was aus heutiger Sicht auch schon eine Aufwertung/ Gentrifizierung war. Heisst, Tempo 20, keine Parkplätze mehr und Fussgängerinnen und Fahrzeuge sind gleichberechtigt. Oder als oberhalb der Strasse ein Neubau geplant war und dieser den ganzen Verkehr seiner Tiefgarage in die neu Verkehrsberuhigte Strasse leiten will. Damals gab es ne Kollektiv Einsprache, welche den Neubau aber nicht verhindern konnte, da sich der Eine, wohnt nicht mehr in der Strasse, vom Neubaubesitzer mit Parkplätzen kaufen liess, um die Einsprache fallen zu lassen.

Da die alte Handwerkerstrasse sehr zentral gelegen ist und ihren ganz eigenen Charm besitzt und in knapp der Hälfte der kleinen Häuser die Besitzerinnen selber wohnen und arbeiten, handelt es sich nicht um spekulations- oder Renditeobjekte wie andern Ortes. Jedoch wurde das Interesse geweckt. Da viele Leute hier wohnen möchten oder ihre Ateliers, Galerien und gar Kleiderdesigner Läden hier haben möchten. Leider fördert genau dies eine Aufwertung, welche die Strasse nun zu fressen droht. Die Strasse darf nicht hübsch brav und anständig sein. Wir müssen anecken um zu überleben. Logisch trägteine Verkehrsberuhigte Strasse und kleine Atelier Verkaufevents so wie kleine alternative Märkte im kleine Park an der Strasse zur Lebensqualität bei. Nur leider werden durch solche Events und der angenehmen Lebensqualität Immobilienfirmen auf die Strasse aufmerksam.

Bisher, seit 2001, bestand nur ein mal die Gefahr das ein Haus in Spekihände geraten und in ein Rendite Objekt hätte verwandelt werden können. Glücklicherweise konnte das mit einigem Aufwand verhindert werden, so das dieses auch nach wie vor Günstigen Wohn- und Arbeitsraum bietet. Leider sind die Grundstückpreise die letzten Jahre auch in dieser Strasse explodiert und somit werden Häuser heute bis auf den vier fachen Preis geschätzt. Was es kleinen Handwerksbetrieben oder Familien verunmöglicht hier sesshaft zu werden. Immobilienfirmen, darunter auch international agierende versuchen die letzten paar Jahre, Häuser in der Strasse zu erwerben. Darunter unter anderen Engel & Völkers, welche von „attraktiven Renditeliegenschaften“ und von „verstärkter Nachfrage“ sprechen. Leider ist da ein Hausbesitzer, der eben nicht hier wohnt, eingeknickt und hat verkauft. Der neue Besitzer hat gleich mal allen im Haus gekündigt, er wolle ne Zentralheizung einbauen. Nur das mensch auch Zentralheizungen einbauen kann ohne das ein Haus leer sein muss. Die Immobielenhaie gehen gar soweit das nicht nur dauernd anfragen per Post schicken, nein jetzt rufen sie schon an um nachzufragen ob mensch verkaufen wolle. Kurz gesagt die Strasse darf nicht attraktiv sein, sonnst geht sie daran kaputt. Das Romp Haus, welches auch den Infoladen beheimatet, gibt sich alle mühe die Strasse für Spekulanten uninteressant erscheinen zu lassen. Auch die gegenüberliegende Schischa -Techno Bar mit trägt hier, durch laute Musik und teils echt nervenden Kunden dazu bei. Leider nervt dies jedoch auch schon lange hier Wohnhafte.

 

Eines nicht all zu schönen Tages im Dezember ging ich vor die Tür um mal wieder was einzukaufen und Leergut zu entsorgen. Da stellte ich fest das der unteren Teil der Strasse gesperrt war und so ausfahrbare Leiter Dinger rum standen. Dachte da ist mal wieder wer am umziehen. Zwei Häuser weiter traff ich dann auf die ein Nachbarin, welche mir auch schon zusammen mit ihrere Tochter früh morgens half mir meine Hunde zu suchen, die mir mal wieder ab sind nachdem ich schwer betrunken nach hause kam. Auf meine Frage ob da wer am umziehen wäre, meinte sie, nee Ausstecken für ein Neubau. Ratan will abreissen und neu Bauen. Waaaas!!?? Der schock sass tief. Sollten doch grad zwei alte Häueser an der Strasse darn glauben. Das eine, einigen älteren hier in der Stadt noch bekannt als, der ehemalige Widder (Genossenschafts Kneipe), welche aber schon seit 2003 ein indisches Restaurant wurde, welches vom Besitzer und seiner Verwandtschaft betrieben wird. 2007 kaufen diese das Nachbarhaus dazu und bauen dieses inklusive der Etagen oberhalb des Restaurants zu nem Guest House um. Leider steht auch in der beschiessenen BZO das Hotelzimmer als Wohnraum gilt. Wie bescheuert ist das denn. Ist ein Hotel nicht ein Gewerbebetrieb?

 

Nun denn, schon kurze Zeit später, glaub sogar am selben Tag, war klar dass gehen wir uns mal auf den Bauamtsbehörden anschauen. Da die Einsprachefrist nur 20 Tage beträgt war Eile geboten. Und wie mensch das so macht natürlich genau in ner Zeit wo so einige in den Ferien sind. Insgesamt gab es dann 13 einsprachen.

Also erst mal Pläne angucken. What the fuck! Nen ganzen Stock höher bis zur maximal zulässigen Höhe, breiter, die gesammte Grunstückfläche ausnutzend, und dann auch noch Balkone darn gehängt, ein einheitlicher Kasten, an stelle von der Zwei Hausstrucktur der alten Gebäude. Im Baubeschrieb wird dann klar die planen ein drei Steren Hotel???!!! Wie wenn die Stadt nicht schon genug Hotels und Touristen hätte, echt jetzt, ne Plage. Im Baubeschrieb heisst es, dies wäre eine Aufwertung für's Quartier, was wir erstens überhaupt nicht brauchen und nicht wollen und zweitens das komplette Gegenteil ist. Es entspricht einer Abwertung. Abwertung im Erhaltesnstatus, so wie dem Lebensstatus der Steinenstrasse.

Dazu ist wichtig zu wissen das sich unsere Strasse so wie die Angrenzende in einer städtebaulichen Schutzzone befindet. Die Schutzzone B, zu welcher es heisst:

1 Die Schutzzone B bezweckt die Erhaltung schützenswerter Stadtteile, Bauten und Gärten. Als wichtige Bestandteile des Stadtbildes und der Stadtentwicklung sind sie in ihrem Gesamtbild und in ihrer Primärstruktur zu erhalten.

2 Der Stadtrat kann Abbrüche ausnahmsweise bewilligen, wenn eine Sanierung aus statischen Gründen nicht möglich oder aus wirtschaftlichen Gründen unverhältnismässig wäre.

3 Neubauten und Veränderungen an bestehenden Bauten und Anlagen sind so auszuführen, dass sie sich bezüglich Lage, Stockwerkzahl, Fassadenhöhe, Volumen, Proportionen, Symmetrien sowie Materialwahl und Farbgebung in das Ensemble, welches das Quartierbild prägt, einfügen. Es sind Fenster aus Holz, aus Holz und Metall oder aus Kunststoff innen und Metall aussen zu verwenden.

Das mit der wirtschaftlichen Unverhältnissmässigkeit, was leider in der neuen Bau und Zonen Verordnung drin steht ist eigentlich ein Todesurteil für alle Quartiere die nicht, oder noch nicht Rendite Quartiere sind.

5 Der Stadtrat kann Ausnahmen von den Schutzzonenvorschriften gestatten, sofern besondere Verhältnisse dies rechtfertigen, die Ausnahme dem Sinn und Zweck der Schutzzonen nicht widerspricht und ein qualitätsvolles Bauprojekt vorliegt.

Leider steht in der BZO auch noch so was:

6 Hotelräume, Räume für Kinder- und Altersbetreuung, Räume der Spitex und dergleichen können ganz oder teilweise dem Wohn- oder dem Arbeitsanteil angerechnet werden.

Was ebenfalls eine riesen Sauerei ist, da Hotelräume ja wohl kaum Wohnraum ist und das wo es in der Stadt kaum noch Bezahlbaren Wohnraum gibt.

Zudem gibt es noch das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) welches sich auf das Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz stützt.

Darin gibt es Gebiet oder Baugruppen mit Aufnahmekategorie A, zu welcher die Obere Zürichstrasse, mit einheitlicher Strassenbebauung der 1870er-Jahre, und der parallelen Steinenstrasse mit intakten Wohnzeilen mit Werkstätten, von 1876–90 gehört. Nichtmal die alte Stadtmauer ist laut ISOS so schützenswert wie diese zwei Strassenzüge!

Hier heisst es gar: Durch die Aufnahme eines Ortsbilds im ISOS wird erklärt, dass es in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung verdient. Für diese Gebiete gilt Erhalten der Substanz so wie Abbruchverbot, keine Neubauten!

Also eigentlich müsste der Fall klar sein und das Bauvorhaben nicht bewilligt werden, da dieses gegen diverse Auflagen verstösst. Sich nicht ins Gesammtbild eingliedert, das Volumen um ca. 1/3 vergössert werden soll, die Stockwerkzahl, Fassadenhöhe u.s.w. sich nicht ins bestehende Ensemble eingliedert. Sieht eher aus wie ein Ski-Touri Hotel in den Bergen wo viel Schnee den unteren Teil immer verdeckt. Das mag wohl daran liegen, das der zeichnende Architekt aus Engelber kommt, welches in den Bergen liegt und ein Skigebiet ist.

Wenn wir nun sehen was für unmögliche Neubauten in sogenannten Schutzzonen bewilligt wurden (z.b. Migros Hertensteinstarsse, Hofstrasse 3, Alte Schmitte u.s.w.) versteht sich von alleine das mensch sich auf Stadtrats und Baukomissionsbeschlüsse nicht verlassen kann. Das diese sich an ihre eigenen allgemeine Bestimmungen halten und Zeilen aus Artikle15 der BZO (wie ...das Vorhaben dem Sinn und Zweck der Schutzzonen nicht widerspricht...) nicht einfach unter den Tisch wischen. Stehen wir jetzt nicht geschlossen dagegen, dauert es keine Zehn Jahre und die ganze Häuserzeile Zürichstrasse ist durch Neubauten ersetzt. Denn Neu Bauen kommt billiger als Renovieren. Und in der dahinterliegenden Steinenstrasse nisten sich Yuppy Läden ein was wiederum die Preise in die Höhe schnellen lässt bis es auch hier nicht mehr Lebenswert und bezahlbar ist.

 

Also muss die Zerrstörung und Gentrifizierung jetzt am Anfang gestoppt werden.